Zuckerfrei auf den Geschmack kommen

Süßen mit kalorienarmen Alternativen: Es gibt verschiedene Theorien, warum so viele Menschen Süßes lieben.

©iStockphoto/Liv Friis Larsen
©iStockphoto/Liv Friis Larsen

Die einen sagen, es sei uns angeboren und signalisierte schon vor Jahrtausenden, dass ein Lebensmittel reif und unbedenklich sei. Andere weisen darauf hin, dass Zucker Energie liefert und für Glücksgefühle sorge, indem er den Serotoninspiegel in die Höhe treibe. Doch ob so oder so: Zucker, genauer gesagt weißer Haushaltszucker aus Rüben, schmeckt zwar süß und lecker, ist aber aus gesundheitlicher Sicht kein ideales Lebensmittel.

 

Süßes mit Nebenwirkungen

Dass Zucker Karies fördert, weiß heute prak­tisch jeder. Verantwortlich sind die Bakterien in der Mundhöhle, welche die süße Substanz in Säure umwandeln, die den Zahnschmelz an­greift. Das nächste Gesundheitsproblem lauert im Verdauungstrakt: Um den Zucker in die Zellen zu schleusen, muss die Bauchspeicheldrüse Insulin ausschütten - bei raffiniertem Zucker in großen Mengen. Auf Dauer kann das zu einer Ermüdung der Bauchspeicheldrüse führen, die so genannte Zuckerkrankheit „Diabetes mellitus" entsteht. Mit dem Genuss von Schokolade, Kuchen & Co. werden dem Körper gleichzeitig auch Vitamine, Ballaststoffe und Spurenelemente vorenthalten, die z. B. reifes Obst liefern würde. Die natürliche Reaktion darauf ist schnell sichtbar: Überflüssiger Zucker wird in Fett umgewandelt und am Bauch und an anderen Körperregionen eingelagert.

 

Kann man Naschen ohne Reue?

Diese Frage stellen sich viele, die unter Über­gewicht oder Diabetes leiden bzw. aus gesund­heitlichen Gründen raffinierten Zucker meiden wollen. „Liv online" zeigt deshalb die alternativen Süßungsmittel auf:

 

Süßstoffe

Süßstoffe sind synthetisch hergestellte Stoffe, die süßer sind als Zucker, aber frei von Ka­lorien. Zu den bekanntesten Süßstoffen zäh­len Saccharin, Cyclamat und Aspartam. Die beiden ersten gerieten in den 70er Jahren unter Verdacht, Krebs erzeugen zu können. Nach umfangreichen Untersuchungen geht man heute davon aus, dass bei üblichem Verbrauch kein Risiko besteht. Lediglich für Aspartam gilt die Einschränkung, dass Patienten mit der Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie diese Substanz nicht zu sich nehmen dürfen. Zuckeraustauschstoffe wie Mannit; Sorbit oder Xylit werden i.d.R. aus Zucker oder Stärke hergestellt und sind daher auch kalorienhaltig. In größeren Mengen genossen, können Lebensmittel mit Zuckeraustausch­stoffen zu Durchfall führen.

Honig

Als Naturprodukt liefert Honig nicht nur eine würzige Süße, sondern auch 180 nachge­wiesene Inhaltsstoffe, darunter Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und entzün­dungshemmende Substanzen. Je nach Honigsorte benötigt man ca. 110 bis 160 g, um die Süße von 200 g Zucker zu er­zielen. Dabei schlagen 100 g Honig mit etwa 300 Kalorien zu Buche, Zucker hingegen mit 400 Kalorien pro 100 g.

 

Zuckerrübensirup

Zuckerrübensirup ist ein alt bekanntes Süßungsmittel und zeichnet sich durch einen hohen Eisengehalt aus. Diesen Nährstoff kann der Körper besonders gut in Verbindung mit Vitamin C aufnehmen (z. B. aus ein paar Spritzern Zitrone oder etwas Orangensaft).

 

Agavendicksaft

Der meist aus Mexiko stammende Agaven­dicksaft enthält besonders viel Fructose und süßt stärker als Zucker. 100 g Agavendicksaft entsprechen in ihrer Süßkraft 125 g Zucker, sparen im Vergleich aber 200 Kalorien ein. Diabetiker sollten dennoch vorsichtig mit Agavendicksaft sein, da ein hoher Fructosekonsum die Blutfette (Triglyceride) ansteigen lassen kann.

 

Stevia

Die Blätter der Stevia-Pflanze sind 30-mal süßer als Zucker, enthalten aber keine nen­nenswerten Kalorien. Deshalb schätzt man Stevia in Asien und Südamerika schon lan­ge als natürlichen Süßstoff, in Europa ist das Süßungsmittel jetzt auch zugelassen. Beson­ders vorteilhaft: Stevia kann auch beim Ba­cken und Kochen verwendet werden, ist für Diabetiker geeignet und unschädlich für die Zähne.

Tipp: Weniger süßen und den Geschmackssinn trainieren

Ob Süßstoff, Honig oder Stevia - geschmack­lich besteht immer ein gewisser Unterschied zu weißem Zucker. Doch gerade bei Honig, Zucker­rübensirup, Agavendicksaft oder auch Ahornsirup kann man sich an die etwas würzigere, aroma­tischere Note gut gewöhnen. Zugleich lässt sich der Geschmackssinn in kurzer Zeit schärfen: Ein­fach alle Speisen und Getränke um ca. ein Drittel weniger süßen - und schon bald schmeckt die Zunge die noch vorhandene Süße als angenehm und ausreichend heraus. Probieren Sie es doch mal aus!