Warum nichts tun auch mal gut tut

Höchste Zeit für mehr Mußestunden

©iStockphoto/Diego cervo
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Pausenlos per Handy oder E-Mail erreichbar, ständig „ausgebucht“ mit randvollem Terminkalender: Fast jeder Mensch hat heute das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben. Wir organisieren unseren Alltag von früh bis spät und verplanen jede freie Minute. Dabei suchen wir ständig nach Ideen, um Zeit zu sparen – nur um uns am Ende des Tages dann doch genau so erschöpft und gehetzt zu fühlen.

 

Zur Ruhe kommen ist aus der Mode gekommen

Warum laufen wir eigentlich den ganzen Tag auf Hochtouren und überlassen selbst in der „Freizeit“ nichts dem Zufall? Das ist offensichtlich ein Zeichen unserer Zeit: Beschäftigt sein lässt uns bei Kollegen und Freunden gut dastehen, außerdem wollen wir nichts verpassen und uns von allem ablenken, was uns unerwartet durch den Kopf gehen könnte. Und genau hier liegt das Problem: Wer sich keine Zeit nimmt, die Gedanken schweifen zu lassen, fühlt sich schnell ausgebrannt, in der täglichen Routine gefangen. Wir werden übersättigt, lustlos, sind nicht mehr zu begeistern. Neue Ideen, gewagte Pläne, besondere Ziele haben praktisch keine Chance, im Kopf Gestalt anzunehmen. Kein Wunder: Der Kopf braucht ebenso wie der Körper Erholungspausen, um Höchstleistungen zu bringen.

Mehr Mut zur Muße

Muße bedeutet nicht unbedingt, faul auf dem Sofa zu liegen. Das Lexikon definiert Muße als die Zeit, die man nach eigenem Wunsch nutzen kann, um sich zu erbauen. Ob Sie also malen, lesen, spazieren, spielen oder meditieren – Sie folgen einfach spontan Ihrer Lust und Laune und hinterfragen nicht, ob das jetzt gerade sinnvoll, zielführend oder auf andere Art zweckmäßig ist. Eine echte Wohltat: Regelmäßige Momente der Muße bringen oft mehr Gelassenheit, Ruhe und Konzentrationsfähigkeit als eine ganze Woche Urlaub.

 

Unser Buchtipp: „Muße: Vom Glück des Nichtstun“, sehr inspirierend und gut geschrieben von Wissenschaftsredakteur und Bestsellerautor Ulrich Schnabel

 

So brechen Sie aus der Routine aus

Um Momente der Muße zu erleben, müssen Sie nicht gleich Ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen. Schalten Sie einfach mal das Handy, den Computer und den Fernseher aus. Sagen Sie auch mal nein, wenn von Ihnen schon wieder ein Dienst oder eine Gefälligkeit gefordert wird. Nehmen Sie sich ganz bewusst nichts vor für einen kompletten Nachmittag. Überlegen Sie, was Ihnen neben Ihrem Beruf und Ihren Pflichten wichtig ist, was Ihnen im Hier und Jetzt Spaß und Freude macht. Sie werden sehen: Hausarbeit, Überstunden und andere ach so wichtige „to-dos“ auf Ihrer Checkliste können warten, erübrigen sich oft sogar von selbst.