Prävention statt Pillen

©iStockphoto/DElight
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Je weniger Medikamente Sie brauchen, desto besser für Ihre Gesundheit. Fest steht: Medikamente können Leben retten, Krankheiten heilen und Schmerzen lindern. Aber ebenso klar ist: Medikamente beeinflussen den Körper vielfältig - und das nicht immer nur positiv. Neben- und Wechselwirkungen sowie Medikamentenabhängigkeit zählen zu den Schattenseiten. Das gilt besonders für Frauen und im fortgeschrittenen Lebensalter.

 

 

Zahlen, die eine klare Sprache sprechen

Schon ab dem 14. Lebensjahr werden Frauen deutlich mehr Medikamente verschrieben als Männern, nicht selten mit hohem Abhängigkeitspotenzial. Viele Frauen nehmen regelmäßig Schmerzmittel. Psychopharmaka werden überwiegend von Frauen konsumiert, ebenso Appetitzügler und Abführmittel. Mit Blick auf die Älteren hat ein wissenschaftliches Institut sogar festgestellt: Ein Viertel der über 65-jährigen Patienten nimmt potenziell gefährliche Arzneimittel ein, insbesondere psychogene Substanzen wie Antidepressiva sowie bestimmte Mittel zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und je älter eine Frau wird, je mehr Erkrankungen parallel bestehen, desto größer wird der tägliche Medikamenten-Cocktail. Statistiken gehen davon aus, dass viele Frauen ab dem 65. Lebensjahr mindestens eine chronische Erkrankung aufweisen und deshalb vier und mehr Arzneimittel einnehmen.

Risiken und Nebenwirkungen nehmen zu

Medikamente wurden lange Zeit ausschließlich an Männern getestet und auf den männlichen Körper zugeschnitten. Dies hat sich mittlerweile geändert. Doch auf die Besonderheiten älterer Patienten gehen Forschung und Entwicklung noch immer zu selten ein. Wie Substanzen bei älteren Menschen wirken, welche Dosierung die richtige ist, was es bei Menschen mit mehreren chronischen Erkrankungen zu berücksichtigen gilt - solche Fragen bleiben oft unbeantwortet. In der Folge können Nebenwirkungen entstehen, denen dann oft mit weiteren Medikamenten begegnet wird. Das Ergebnis: Sollen 5 und mehr verschiedene Präparate eingenommen werden, kann niemand mehr sicher sagen, wie diese zusammenspielen. Und so kann es sein, dass sich Patienten nicht besser, sondern eher schlechter fühlen.

 

Eigenverantwortung: der erste und wichtigste Schritt

Was kann ich tun, um meine Gesundheitsrisiken zu reduzieren, meinen Körper zu stärken und meinen Erkrankungen zu begegnen? Wer sich dieser Herausforderung aktiv stellt, seinen Lebensstil anpasst und Prävention ernst nimmt, stellt oft schon nach kurzer Zeit fest: Lebensqualität und Wohlbefinden steigen, die „weißen Tabletten" und die „roten Kapseln" werden vielleicht gar nicht mehr benötigt. Ziel sollte stets sein, die Medikation auf das absolut notwendige Maß zu reduzieren - selbstverständlich nicht in Eigenregie, aber in enger Zusammenarbeit mit Fachärzten, welche Frauengesundheit und Patientin ganzheitlich betrachten.